Montag, 3. August 2020

Die eine Menschheit

Jeden Morgen feiern wir vor dem Fastenzelt  eine Gedenkzeit und Andacht, jeweils um 8.15 Uhr. Mit dieser Uhrzeit gedenken wir des Atombombenabwurfs der Vereinigten Staaten von Amerika auf Hiroshima um diese Uhrzeit am 6. August 1945.
Wir lesen dazu Abschnitte aus dem Buch: Wie die Menschheit eins ist. Düsseldorf 2016, wesentlich von Peter Bürger verfasst. Darin erinnert er an ein 2014 verfasstes "'Manifest für eine neue Kunst des Zusammenlebens' (Konvivalismus)". Darin heißt es:

"'Prinzip der gemeinsamen Menschheit: Unabhängig von den Unterschieden der Hautfarbe, der Nationalität, der Sprache, der Kultur, der Religion oder des Reichtums, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung gibt es nur eine Menschheit, die in der Person jedes ihrer Mitglieder geachtet werden muss.'" (Seiten 13f)

Vor diesem Hintergrund tritt deutlich zu Tage, dass die Atombomben keineswegs eine individuelle oder nationale Herausforderung sind, sondern eine der gesamten Menschheit. In der Auseinandersetzung mit dieser Herausforderung, gilt es sich zu vergewissern, was der  eigene, hier christliche Ansatz ist:

"Die Gemeinde Jesu weiß um die Ansage abgrundtief, heilloser Verderbnis (Johannes der Täufer), doch zusammengeführt ist sie durch die Kunde vom Ende des Verschuldungskreislaufs und die Botschaft vom - keineswegs jenseitigen - 'Reich des rein geschenkten Lebens' (Helmut Merklein). Das mit dem 'Königswalten der Himmel' einhergehende neue Sehen verweist uns auf die Bedürftigkeit als gemeinsames Menschengeschick und auf ein mögliches Offenbarwerden der Schönheit jedes Menschen: "Selig die Armen." Zu erkunden bleibt, ob hierdurch - jenseits ohnmächtiger Moralpredigt - auch eine zivilisatorische Perspektive eröffnet wird: für eine Zivilisation der Geliebten anstelle der Todesstrukturen des Ungeliebtseins." (S. 40)


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